Mittagessen unterwegs zu kaufen ist bequem. Selbst vorbereitetes Essen mitzunehmen erfordert etwas Planung, kann aber über einen Monat deutlich günstiger sein.
Wie groß der Unterschied ausfällt, hängt von deinem Wohnort, den gekauften Gerichten, deinen selbst zubereiteten Mahlzeiten und der Anzahl deiner Arbeitstage ab.
Statt davon auszugehen, dass selbst gemachtes Essen immer billig und gekauftes Mittagessen immer teuer ist, solltest du die tatsächlichen Kosten pro Mahlzeit vergleichen.
Ein Beispiel: Kostet gekauftes Mittagessen 11 € und mitgebrachtes Essen 4 €, beträgt der Unterschied 7 € pro Tag.
Bei 20 Arbeitstagen ergibt das 140 € im Monat.
Das ist ein Rechenbeispiel und kein statistischer Durchschnittspreis für Deutschland.
Kostenvergleich für einen Monat
Für den ersten Vergleich nehmen wir 20 Mittagessen im Monat an.
| Variante | Kosten pro Mittagessen | Kosten für 20 Mittagessen |
|---|---|---|
| Einfaches mitgebrachtes Essen | 3,00 € | 60 € |
| Umfangreicheres mitgebrachtes Essen | 4,50 € | 90 € |
| Günstiges gekauftes Mittagessen | 7,50 € | 150 € |
| Gekauftes Mittagessen im mittleren Preisbereich | 11,00 € | 220 € |
| Teureres gekauftes Mittagessen | 15,00 € | 300 € |
Die Preise dienen ausschließlich der Veranschaulichung. Sie sind keine aktuellen nationalen Durchschnittswerte.
Vergleichst du ein mitgebrachtes Essen für 4,50 € mit einem gekauften Essen für 11 €, beträgt die Differenz 6,50 €.
Bei 20 Tagen entspricht das 130 € pro Monat.
Bei 22 Arbeitstagen wären es 143 €.
Ob du diesen Betrag tatsächlich sparst, hängt davon ab, was du sonst gekauft hättest und ob zusätzliche Lebensmittel verschwendet werden.
Die Formel für deine monatliche Ersparnis
Die grundlegende Formel lautet:
Monatliche Ersparnis = (Preis des gekauften Essens − Kosten des mitgebrachten Essens) × Anzahl der ersetzten Mittagessen.
Bei einer gemischten Routine rechnest du beide Varianten getrennt.
Angenommen, du arbeitest an 22 Tagen im Monat.
An 14 Tagen bringst du Essen für jeweils 4 € mit. An acht Tagen kaufst du Mittagessen für jeweils 10 €.
- Mitgebracht: 14 × 4 € = 56 €.
- Gekauft: 8 × 10 € = 80 €.
- Gesamtkosten: 136 €.
Wenn du an allen 22 Tagen für jeweils 10 € gekauft hättest, wären es 220 €.
Die gemischte Variante kostet in diesem Beispiel 84 € weniger.
Wie viele Arbeitstage solltest du berücksichtigen?
Ein Monat hat nicht immer gleich viele Arbeitstage.
Bei einer klassischen Fünftagewoche kannst du häufig mit ungefähr 20 bis 23 möglichen Werktagsmittagessen rechnen, bevor Urlaub, Feiertage, Homeoffice und andere Abwesenheiten berücksichtigt werden.
Entscheidend sind die Tage, an denen du tatsächlich außerhalb deiner normalen häuslichen Routine essen würdest.
| Unterschied pro Mittagessen | 15 Tage | 20 Tage | 22 Tage |
|---|---|---|---|
| 2 € | 30 € | 40 € | 44 € |
| 4 € | 60 € | 80 € | 88 € |
| 6 € | 90 € | 120 € | 132 € |
| 8 € | 120 € | 160 € | 176 € |
| 10 € | 150 € | 200 € | 220 € |
Wenn du nur zweimal pro Woche ins Büro fährst, solltest du nicht automatisch mit 22 Tagen rechnen.
Sonst überschätzt du die mögliche Ersparnis.
Was kostet selbst vorbereitetes Mittagessen wirklich?
Die Kosten bestehen nicht nur aus dem Hauptbestandteil.
Berücksichtige auch Gemüse, Soßen, Gewürze, Verpackung und gegebenenfalls Lebensmittel, die verderben, bevor du sie verwenden kannst.
Beispiel: Hähnchen mit Reis und Gemüse.
| Bestandteil | Beispielkosten |
|---|---|
| Hähnchenportion | 1,50 € |
| Reisportion | 0,35 € |
| Gemüse | 0,90 € |
| Öl, Gewürze und Soße | 0,35 € |
| Zuschlag für kleine Extras und Verluste | 0,40 € |
| Gesamt | 3,50 € |
Diese Zahlen sind angenommene Beispielpreise und keine aktuellen Supermarktangebote.
Deine tatsächlichen Kosten hängen von Portionsgröße, Einkaufspreisen und Packungsgrößen ab.
Auch eine wiederverwendbare Lunchbox kostet zunächst Geld.
Kaufst du eine Dose für 12 € und nutzt sie für 60 Mittagessen, entfallen rechnerisch 0,20 € Anschaffungskosten auf jede Nutzung.
Spülkosten und mögliche Ersatzkäufe kannst du bei einer besonders genauen Rechnung zusätzlich berücksichtigen.
Was kostet gekauftes Mittagessen tatsächlich?
Der Preis eines Hauptgerichts ist nicht immer der gesamte Betrag.
Beispiel:
| Kauf | Beispielpreis |
|---|---|
| Hauptgericht | 9,00 € |
| Getränk | 2,00 € |
| Kleines Dessert oder Snack | 2,50 € |
| Gesamt | 13,50 € |
Wenn du normalerweise nur das Hauptgericht kaufst und Wasser trinkst, solltest du keine zusätzlichen Getränke oder Desserts einrechnen.
Liefergebühren, Trinkgeld oder Servicekosten gehören nur dann in die Rechnung, wenn sie tatsächlich anfallen.
Vergleiche deine echten Gewohnheiten und nicht eine künstlich teure Variante.
Fünf Beispiele für den Arbeitsalltag
1. Jeden Tag Mittagessen kaufen
Du gibst an 20 Tagen jeweils 10 € aus.
Monatliche Kosten: 200 €.
Das ist unser Ausgangspunkt.
2. Jeden Tag Essen mitnehmen
Deine mitgebrachte Mahlzeit kostet 4 €.
20 × 4 € = 80 € pro Monat.
Unterschied zur ersten Variante: 120 € weniger.
3. An drei Tagen pro Woche Essen mitnehmen
Bei vier vollständigen Arbeitswochen bringst du zwölf Mahlzeiten mit und kaufst acht.
12 × 4 € + 8 × 10 € = 128 €.
Unterschied zum täglichen Kauf: 72 € weniger.
4. Reste vom Abendessen nutzen
Du kochst abends eine zusätzliche Portion für den nächsten Arbeitstag.
Diese Portion ist nicht kostenlos, nur weil du ohnehin gekocht hast.
Wenn die zusätzlichen Zutaten und die Verpackung 3 € kosten und du zwölf gekaufte Mittagessen für jeweils 10 € ersetzt, ergibt sich:
12 × (10 € − 3 €) = 84 € Unterschied.
Voraussetzung ist, dass die zusätzliche Portion tatsächlich statt eines gekauften Essens verzehrt und sicher aufbewahrt wird.
5. Teures selbst vorbereitetes Essen
Auch mitgebrachtes Mittagessen kann teuer sein.
Verwendest du Spezialprodukte, hochwertige Eiweißquellen und einzeln verpackte Snacks, kann eine Mahlzeit beispielsweise 8 € kosten.
Im Vergleich zu einem gekauften Essen für 10 € beträgt der Unterschied nur 2 €.
Bei 20 Tagen sind das 40 €, nicht 120 €.
Entscheidend ist die konkrete Zusammenstellung.
Wie viel Zeit kostet die Vorbereitung?
Zeit spielt eine Rolle, sollte aber nicht automatisch wie eine tatsächliche Geldausgabe behandelt werden.
Wenn du beim Abendessen einfach eine zusätzliche Portion kochst, ist der Mehraufwand möglicherweise gering.
Wenn du dagegen separat einkaufen, kochen und mehrere Behälter reinigen musst, kann die Vorbereitung deutlich länger dauern.
Unterscheide deshalb:
- Direkte Ausgaben: Geld für Lebensmittel, Verpackung und andere tatsächlich anfallende Kosten.
- Zeit und Bequemlichkeit: Aufwand, Planbarkeit und persönliche Prioritäten.
Du kannst deiner Zeit einen rechnerischen Wert geben. Dieser sollte aber getrennt von den tatsächlichen Ausgaben ausgewiesen werden.
Lebensmittelverschwendung verändert die Rechnung
Ein günstiger geplanter Portionspreis ist nicht automatisch der tatsächliche Portionspreis.
Angenommen, du kaufst Zutaten für fünf Mittagessen im Wert von 25 €.
Wenn eine Portion verdirbt und du nur vier Mahlzeiten isst, ergeben sich:
25 € ÷ 4 = 6,25 € pro tatsächlich gegessenem Mittagessen.
Die geplanten 5 € pro Portion wurden nicht erreicht.
Um solche Verluste zu vermeiden, kannst du Zutaten mehrfach verwenden, vor dem Einkauf vorhandene Vorräte prüfen und deine Arbeitswoche realistisch planen.
Wenn du am Freitag frei hast, musst du nicht automatisch fünf Mittagessen vorbereiten.
Abwechslung ohne zusätzliche Einkaufskosten
Mit denselben Grundzutaten lassen sich unterschiedliche Mahlzeiten zusammenstellen.
| Gemeinsame Zutaten | Mögliche Mahlzeit |
|---|---|
| Hähnchen, Gemüse, Reis | Reisschüssel mit Joghurtdip |
| Hähnchen, Gemüse, Wraps | Hähnchenwrap |
| Kichererbsen, Tomaten, Gurke | Kichererbsensalat |
| Kichererbsen, Gemüse, Brot | Hummusbrot mit Gemüse |
| Bohnen, Kartoffeln, Salat | Kartoffel-Bohnen-Bowl |
Das ist kein individuell berechneter Ernährungsplan.
Passe die Zutaten und Portionsgrößen an deine Bedürfnisse an.
Der Kostenvorteil entsteht vor allem dadurch, dass du eingekaufte Lebensmittel sinnvoll verwendest.
Wann gekauftes Mittagessen sinnvoller sein kann
Selbst vorbereitetes Essen ist nicht immer die günstigste oder praktischste Wahl.
Kaufen kann sinnvoll sein, wenn:
- Dein Arbeitgeber das Mittagessen bezuschusst.
- Eine Kantine günstige vollständige Mahlzeiten anbietet.
- Du leicht verderbliche Speisen nicht sicher transportieren oder kühlen kannst.
- Dein Arbeitsplan sehr unregelmäßig ist.
- Du häufig große Teile der gekauften Zutaten wegwerfen würdest.
- Der Vorbereitungsaufwand im Verhältnis zur möglichen Ersparnis sehr hoch ist.
Beispiel: Deine Kantine bietet ein bezuschusstes Essen für 4,50 € an.
Ein selbst vorbereitetes Mittagessen kostet dich 4 €.
Der Unterschied beträgt lediglich 0,50 € pro Tag beziehungsweise 10 € bei 20 Tagen.
Dann kann Bequemlichkeit wichtiger sein als die geringe finanzielle Differenz.
So ermittelst du deine echten Kosten
Dokumentiere für zwei Wochen:
- Wie oft du Mittagessen gekauft hast.
- Wie viel du einschließlich tatsächlicher Extras ausgegeben hast.
- Wie viele Mahlzeiten du mitgebracht hast.
- Was die verwendeten Zutaten und Verpackungen gekostet haben.
- Ob Lebensmittel weggeworfen wurden.
- Wie viele gekaufte Mahlzeiten tatsächlich ersetzt wurden.
Berechne anschließend die durchschnittlichen Kosten.
Durchschnitt gekauft = gesamte Ausgaben für gekauftes Mittagessen ÷ Anzahl gekaufter Mahlzeiten.
Durchschnitt mitgebracht = relevante Ausgaben für mitgebrachtes Essen ÷ Anzahl tatsächlich gegessener Portionen.
Mit diesen Werten kannst du deine normalen monatlichen Ausgaben deutlich genauer schätzen.
Wenn die Preise stark schwanken, sind vier Wochen Beobachtung häufig aussagekräftiger als zwei.
Spart Mitnehmen immer Geld?
Nein.
Ein mitgebrachtes Mittagessen für 7 € statt eines Kantinenessens für 6 € erhöht die Ausgaben um 1 €.
Ein mitgebrachtes Mittagessen für 3,50 € statt eines gekauften Essens für 13,50 € senkt sie dagegen um 10 €.
Bei 20 ersetzten Mittagessen wären das 200 € Unterschied.
Dieselbe Gewohnheit kann deshalb sehr unterschiedliche finanzielle Auswirkungen haben.
Monatliche und jährliche Ersparnis
Eine monatliche Ersparnis lässt sich auf das Jahr hochrechnen. Dabei solltest du aber nicht automatisch zwölf identische Monate unterstellen.
Wenn du in zehn Monaten mit regelmäßiger Büroanwesenheit jeweils 100 € sparst, ergibt das 1.000 € im Jahr.
Bei Urlaub, Homeoffice oder wechselnden Zuschüssen kann die tatsächliche Jahressumme anders ausfallen.
Zähle deshalb nur die Monate und Arbeitstage, an denen du wirklich gekauftes Mittagessen ersetzt.
Quellen und Berechnungsgrundlagen
- Eurostat: Vergleichende Preisniveaus — Hintergrund zu Preisunterschieden zwischen Ländern.
- USDA Food Plans — Beispiele für systematische Lebensmittelbudgetplanung.
- Europäische Kommission: Lebensmittelverschwendung — Informationen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.
Die Eurobeträge in diesem Artikel sind Rechenbeispiele und stammen nicht als konkrete Preise aus diesen Quellen.
Fazit
Selbst mitgebrachtes Mittagessen kann deutlich günstiger sein als gekauftes Essen.
Entscheidend ist aber nicht allein, ob du selbst kochst, sondern wie viel du pro ersetzter Mahlzeit tatsächlich sparst.
Bei 6 € Unterschied und 20 Arbeitstagen sind es 120 € im Monat. Bei 2 € Unterschied nur 40 €.
Nutze deine eigenen Preise, berücksichtige Extras und Lebensmittelverluste und wähle eine Routine, die zu deinem Alltag passt.
