Kochboxen liefern Zutaten in passenden Mengen und eine Anleitung direkt nach Hause.

Beim Einkauf im Supermarkt kannst du selbst entscheiden, welche Produkte und Packungsgrößen du kaufst.

Welche Variante ist günstiger?

Dafür reicht es nicht, nur den beworbenen Preis pro Portion mit einem Kassenbon zu vergleichen.

Ein sinnvoller Vergleich berücksichtigt alle relevanten Kosten und die Anzahl der Portionen, die tatsächlich gegessen werden.

Dazu gehören Liefergebühren, zusätzliche Zutaten, nicht verwendete Lebensmittel, mögliche Reste und die tatsächliche Portionsgröße.

Die wichtigste Formel

Kosten pro gegessener Portion = relevante Gesamtkosten ÷ tatsächlich gegessene Portionen

Bei einer Kochbox können zu den Kosten gehören:

  • Der Preis der Kochbox.
  • Versand- oder Liefergebühren.
  • Verpflichtende Servicegebühren.
  • Öl, Salz oder andere Zutaten, die du selbst bereitstellen musst.
  • Gegebenenfalls zusätzlich anfallende Steuern.

Beim Supermarkteinkauf zählen:

  • Die gekauften Lebensmittel.
  • Eventuelle Liefer- oder Abholgebühren.
  • Der anteilige Verbrauch von Vorräten.
  • Lebensmittel, die gekauft, aber später weggeworfen werden.
  • Weitere relevante Einkaufskosten.

Entscheidend ist, dass du auf beiden Seiten dieselbe Art von Kosten vergleichst.

Rechenbeispiel: Kochbox gegen Supermarkteinkauf

Angenommen, du möchtest Reis mit Hähnchen und Gemüse für mehrere Personen kochen.

Alle folgenden Preise sind frei gewählte Rechenbeispiele und keine aktuellen Angebote.

Variante A: Kochbox

Kostenpunkt Betrag
Kochbox für vier beworbene Portionen 27,96 €
Lieferung 4,99 €
Zusätzlich benötigtes Öl und Gewürze 0,85 €
Gesamtkosten 33,80 €

Wenn vier Portionen gegessen werden:

33,80 € ÷ 4 = 8,45 € pro Portion.

Angenommen, die Mengen reichen in deinem Haushalt aber nur für drei ausreichend große Portionen.

Dann ergibt sich:

33,80 € ÷ 3 = 11,27 € pro gegessener Portion.

Die beworbene Portionszahl und die tatsächlich benötigte Menge können also einen großen Unterschied machen.

Variante B: Einkauf im Supermarkt

Gekauftes Produkt Preis an der Kasse
Hähnchenfleisch 8,49 €
Reis, 1-kg-Packung 2,49 €
Gemüse 5,20 €
Zutaten für die Sauce 3,30 €
Kräuter und weitere Zutaten 2,10 €
Insgesamt bezahlt 21,58 €

Für das Rezept wird möglicherweise nicht die ganze Packung Reis und nicht jede Sauce vollständig verbraucht.

Nehmen wir an, die tatsächlich verwendeten Zutaten haben einen Wert von 17,10 €.

Für vier Portionen:

17,10 € ÷ 4 = 4,28 € pro Portion, gerundet.

Die verbleibenden Lebensmittel im Wert von 4,48 € sind aber nicht automatisch Abfall.

Wenn du sie später verwendest, gehören sie zu deinem Vorrat.

Wenn sie verderben und entsorgt werden, müssen diese Verluste bei der Haushaltsrechnung berücksichtigt werden.

Einkaufspreis und Verbrauchskosten unterscheiden

Beim Supermarkteinkauf gibt es zwei unterschiedliche Größen.

Einkaufspreis: Wie viel Geld du heute an der Kasse ausgibst.

Verbrauchskosten: Welchen Wert die tatsächlich verwendeten Zutaten haben.

Beispiel:

Eine 1-kg-Packung Reis kostet 2,50 €.

Für ein Rezept benötigst du 300 g trockenen Reis.

2,50 € × 300 ÷ 1.000 = 0,75 €.

Die restlichen 700 g können später verwendet werden.

Würdest du die gesamten 2,50 € der ersten Mahlzeit zurechnen, wäre sie rechnerisch zu teuer.

Würdest du dagegen nur 0,75 € berücksichtigen und den restlichen Reis später wegwerfen, wäre die gesamte Haushaltsrechnung zu optimistisch.

Deshalb ist es sinnvoll, verwendete Zutaten und tatsächliche Verluste getrennt zu erfassen.

Essbarer Anteil und Küchenverluste

Nicht jedes gekaufte Gramm wird gegessen.

Je nach Lebensmittel entstehen Schalen, Knochen, Stiele oder andere Reste.

Für Zutaten mit größeren Putzverlusten ist der Preis pro essbarem Kilogramm aussagekräftiger.

Preis pro essbarem Kilogramm = Einkaufspreis pro Kilogramm ÷ essbarer Anteil

Beispiel:

Ein Gemüse kostet 3,00 € pro Kilogramm.

Nach dem Putzen bleiben 80 % essbar.

3,00 € ÷ 0,80 = 3,75 € pro essbarem Kilogramm.

Wenn du 400 g essbares Gemüse benötigst:

0,4 × 3,75 € = 1,50 €.

Der tatsächliche essbare Anteil unterscheidet sich je nach Produkt und Zubereitung.

Bei ausgelöstem Fleisch, ganzem Fisch und Blattgemüse entstehen unterschiedliche Verluste.

Gleiche Portionsgrößen vergleichen

Eine Kochbox kann zwei Portionen versprechen, während ein selbst gekochtes Rezept drei kleinere Portionen ergibt.

Der Vergleich wäre nur fair, wenn die Portionen tatsächlich ähnlich groß und ausreichend sind.

Mögliche Vergleichsmaßstäbe sind:

  • Ähnliches Gewicht der fertigen Mahlzeit.
  • Vergleichbarer Energiegehalt, wenn für den Haushalt relevant.
  • Eine realistische Portionsgröße.
  • Gleich viele vollständige Hauptmahlzeiten.

Beispiel:

Eine Kochbox kostet 16 € für zwei beworbene Portionen.

Das entspricht zunächst 8 € pro Portion ohne Lieferkosten.

Wenn du zusätzlich Brot und Gemüse für 3 € benötigst, damit beide Personen ausreichend essen können:

(16 € + 3 €) ÷ 2 = 9,50 € pro vollständiger Portion.

Diese zusätzlichen Zutaten gehören zum Vergleich.

Wie stark beeinflussen Liefergebühren den Preis?

Die Lieferkosten sollten auf die tatsächlich erhaltenen Mahlzeiten verteilt werden.

Beispiel A:

Eine Bestellung enthält drei Kochbox-Gerichte mit jeweils vier Portionen.

Das ergibt zwölf Portionen.

Bei 5,99 € Versand:

5,99 € ÷ 12 = rund 0,50 € Versand pro Portion.

Beispiel B:

Eine Bestellung enthält nur ein Gericht für zwei Personen.

Bei denselben 5,99 € Versand:

5,99 € ÷ 2 = rund 3,00 € Versand pro Portion.

Die Versandgebühr ist identisch, aber ihre Auswirkung pro Portion nicht.

Beim Lebensmittellieferdienst solltest du die Liefergebühr ebenfalls auf den gesamten Einkauf verteilen.

Wenn du Lebensmittel für mehrere Mahlzeiten, Frühstück und Snacks bestellst, wäre es irreführend, die ganze Gebühr nur einem Abendessen zuzurechnen.

Lebensmittelverschwendung kann den Vergleich verändern

Ein möglicher Vorteil von Kochboxen sind kleinere, rezeptbezogene Zutatenmengen.

Das kann bei folgenden Produkten besonders relevant sein:

  • Frischen Kräutern.
  • Selten verwendeten Gewürzsaucen.
  • Gemüse in großen Packungen.
  • Spezialzutaten.
  • Haushalten mit nur einer oder zwei Personen.

Angenommen, die verwendeten Zutaten eines Supermarktrezepts kosten 12 €.

Zusätzlich musst du frische Zutaten für 5 € kaufen, die später vollständig verderben.

Dann beträgt der zurechenbare Gesamtaufwand 17 €.

Bei zwei Portionen:

17 € ÷ 2 = 8,50 € pro Portion.

Eine Kochbox für 8 € pro vollständiger Portion könnte in diesem Fall günstiger sein.

Wenn du die zusätzlichen Zutaten aber für ein zweites Rezept nutzt, fällt die Rechnung anders aus.

Lebensmittelverschwendung sollte deshalb möglichst anhand des tatsächlichen Verhaltens bewertet werden.

Übrig gebliebene Mahlzeiten sind kein Abfall

Auch fertige Reste beeinflussen die Kosten.

Angenommen, ein selbst gekochtes Gericht kostet 18 € an verwendeten Zutaten.

Es entstehen sechs brauchbare Portionen.

Wenn alle sechs gegessen werden:

18 € ÷ 6 = 3 € pro Portion.

Wenn nur vier gegessen und zwei weggeworfen werden:

18 € ÷ 4 = 4,50 € pro gegessener Portion.

Werden die beiden übrigen Portionen eingefroren und nächste Woche gegessen, zählen sie weiterhin als verwertete Mahlzeiten.

Gute Aufbewahrung und passende Mengenplanung können den Preis pro Portion deutlich verbessern.

Eine einfache Vergleichstabelle

Für Kochbox und Supermarkt kannst du dieselben Angaben sammeln.

Kennzahl Kochbox Supermarkt
Grundpreis beziehungsweise Einkaufskosten Eintragen Eintragen
Liefer- und Pflichtgebühren Eintragen Eintragen
Zusätzlich benötigte Zutaten Eintragen Eintragen
Verwendete Vorräte Anteilig erfassen Anteilig erfassen
Für spätere Mahlzeiten verbleibende Lebensmittel Falls vorhanden Separat erfassen
Tatsächlich entsorgte Lebensmittel Verlust berücksichtigen Verlust berücksichtigen
Tatsächlich gegessene Portionen Anzahl Anzahl
Kosten pro Portion Gesamtkosten ÷ Portionen Gesamtkosten ÷ Portionen

Achte darauf, Kosten nicht doppelt zu zählen.

Wenn du bereits den anteiligen Verbrauch einer Reispackung berechnest, darfst du nicht zusätzlich den vollen Packungspreis demselben Gericht zuordnen.

Du kannst alternativ mit dem gesamten Einkaufspreis arbeiten und den Wert der später nutzbaren Lebensmittel abziehen.

Wichtig ist eine einheitliche Methode.

Drei typische Haushaltssituationen

Familie mit regelmäßiger Essensplanung

Eine vierköpfige Familie kocht an fünf Tagen pro Woche und verwendet Reis, Gemüse, Kräuter und Saucen in mehreren Gerichten.

Größere Packungen lassen sich wahrscheinlich gut aufbrauchen.

In diesem Fall kann der Supermarkt deutlich günstiger sein.

Single-Haushalt

Eine Person möchte ein Gericht mit mehreren frischen Zutaten kochen, die nur in größeren Packungen erhältlich sind.

Wenn diese Zutaten nicht rechtzeitig verwendet werden, kann ein Teil des vermeintlichen Preisvorteils verloren gehen.

Eine Kochbox mit kleineren Mengen kann konkurrenzfähig sein.

Allerdings müssen Lieferkosten und Mindestbestellmengen berücksichtigt werden.

Haushalt mit unregelmäßigen Arbeitszeiten

Wenn sich Abendessen häufig kurzfristig verschieben, können sowohl Kochboxen als auch Supermarkteinkäufe zu Lebensmittelverlusten führen.

Auch Kochbox-Zutaten sind verderblich.

Haltbare Vorräte, Tiefkühlprodukte und flexible Rezepte können in diesem Fall hilfreicher sein als ein starrer Wochenplan.

Sollte die eigene Zeit in die Rechnung einfließen?

Zeit ist ein wichtiger Komfortfaktor, aber nicht automatisch eine direkte Geldausgabe.

Du kannst die Zeitersparnis separat betrachten.

Beispiel:

  • Einkaufen und Planen: 45 Minuten pro Woche.
  • Kochbox auswählen und auspacken: 15 Minuten pro Woche.
  • Unterschied: 30 Minuten.

Ob dir diese Zeitersparnis einen höheren Preis wert ist, hängt von deiner Situation ab.

Es wäre aber irreführend, unbezahlte Haushaltszeit pauschal mit einem Stundenlohn zu multiplizieren und das Ergebnis als garantiert eingespartes Geld darzustellen.

Außerdem müssen Kochboxen weiterhin gekocht und die Küche anschließend aufgeräumt werden.

Rabattaktionen richtig berücksichtigen

Viele Kochbox-Angebote werben mit hohen Einstiegsrabatten.

Für eine längerfristige Entscheidung solltest du unterscheiden zwischen:

  1. Dem Preis der ersten Bestellung.
  2. Dem regulären Folgepreis.
  3. Liefer- und Pflichtgebühren.
  4. Mindestbestellwerten.
  5. Bedingungen nach Ablauf der Aktion.

Ein Einführungsrabatt ist kein dauerhafter Portionspreis.

Auch Supermarktangebote und Kundenkartenrabatte können zeitlich begrenzt sein.

Wenn du reale Preise vergleichst, notiere das Datum und die Region.

So findest du die günstigere Lösung für deinen Haushalt

  1. Wähle zwei möglichst ähnliche Gerichte.
  2. Berechne alle relevanten Kosten.
  3. Vergleiche die tatsächlich ausreichenden Portionen.
  4. Berücksichtige verwertete Reste und entsorgte Lebensmittel.
  5. Wiederhole den Vergleich für mehrere Mahlzeiten.

Ein einzelnes Gericht kann die Kochbox begünstigen, während ein anderes im Supermarkt deutlich günstiger ist.

Ein Vergleich über zwei bis vier Wochen ist daher meist aussagekräftiger als eine einzelne rabattierte Bestellung.

Fazit

Kochboxen können wirtschaftlich interessant sein, wenn sie teure Lebensmittelreste vermeiden, passende Portionsgrößen liefern und die Lieferkosten niedrig bleiben.

Der Supermarkteinkauf bietet häufig einen Preisvorteil, wenn du regelmäßig kochst, Zutaten mehrfach verwendest und größere Packungen ohne nennenswerte Verluste aufbrauchst.

Die entscheidende Kennzahl ist nicht der beworbene Portionspreis, sondern:

Alle relevanten Kosten geteilt durch die Portionen, die tatsächlich gegessen werden.

Quellen und Methodik

Alle Eurobeträge in diesem Artikel sind hypothetische Rechenbeispiele. Sie stellen keine aktuellen Preise von Kochbox-Anbietern oder Supermärkten dar.