Auf einem deutschen Kassenbon stehen häufig nicht nur Lebensmittel und Getränke.

Beim Kauf bestimmter Getränke wird zusätzlich Pfand berechnet.

Dieser Betrag erhöht zunächst den Preis an der Kasse. Wird die entsprechende Verpackung später zurückgegeben, kann das Pfand grundsätzlich wieder erstattet werden.

Für ein Haushaltsbudget entsteht dadurch eine wichtige Unterscheidung:

Der Betrag, den du an der Kasse bezahlst, ist nicht immer identisch mit deinen endgültigen Lebensmittelkosten.

Wenn du das Pfand beim Einkauf vollständig als Lebensmittelkosten erfasst und später einen Pfandbon als Rabatt behandelst, können deine Auswertungen ungenau werden.

Mit einer einfachen Trennung lässt sich das vermeiden.

Was ist Pfand?

Pfand ist ein Rückgabesystem für bestimmte Getränkeverpackungen.

Beim Kauf zahlst du zusätzlich zum Getränkepreis einen Betrag, der bei einer entsprechenden Rückgabe erstattet werden kann.

In Deutschland gibt es unterschiedliche Systeme für Einweg- und Mehrwegverpackungen.

Die gesetzlichen Grundlagen für das Einwegpfand finden sich insbesondere im Verpackungsgesetz.

Das DPG-Pfandsystem informiert über die Organisation des Einwegpfandsystems.

Für deine Haushaltsplanung ist vor allem wichtig, Getränkepreis und erstattungsfähiges Pfand getrennt zu betrachten.

Wie hoch ist das Pfand?

Die Höhe hängt von der Verpackung und dem jeweiligen System ab.

Verpackung Häufiger Pfandbetrag Hinweis
Pfandpflichtige Einwegflasche 0,25 € Im gesetzlichen Einwegpfandsystem
Pfandpflichtige Einwegdose 0,25 € Im gesetzlichen Einwegpfandsystem
Viele Mehrweg-Bierflaschen 0,08 € Üblich, aber nicht allgemeingültig
Viele Mehrweg-Wasserflaschen 0,15 € Üblich, aber nicht allgemeingültig
Besondere Mehrwegverpackungen Unterschiedlich Produktabhängig
Getränkekasten Zusätzliches Kastenpfand möglich Abhängig vom System

Die Beträge von 0,08 € und 0,15 € sind verbreitete Beispiele für Mehrwegflaschen.

Sie gelten nicht automatisch für jede Mehrwegverpackung.

Für praktische Verbraucherinformationen siehe die Verbraucherzentrale und DPG.

Warum Pfand die Ausgabenstatistik verfälschen kann

Stell dir folgenden Einkauf vor:

Lebensmittel: 42,00 €.

Getränke ohne Pfand: 8,00 €.

Pfand: 2,50 €.

An der Kasse zahlst du:

42,00 € + 8,00 € + 2,50 € = 52,50 €.

Deine Lebensmittel- und Getränkekosten betragen aber 50,00 €.

Die übrigen 2,50 € sind zunächst ein erstattungsfähiger Pfandbetrag.

Beide Zahlen sind relevant.

Auszahlung an der Kasse: 52,50 €.

Lebensmittel- und Getränkekosten: 50,00 €.

Welche Zahl du verwendest, hängt davon ab, was du analysieren möchtest.

Die beste einfache Lösung: drei Kategorien

Für ein übersichtliches Haushaltsbudget reichen drei Positionen.

Kategorie Bedeutung
Lebensmittel und Getränke Kaufpreis ohne erstattungsfähiges Pfand
Pfand bezahlt Beim Einkauf zusätzlich gezahltes Pfand
Pfand zurückerhalten Erstattete Pfandbeträge

Dadurch siehst du gleichzeitig, wie viel deine Lebensmittel kosten und wie viel Geld vorübergehend in Getränkeverpackungen steckt.

Auch Pfandbons lassen sich so korrekt behandeln.

Eine komplizierte Buchhaltung ist dafür nicht notwendig.

Du kannst die Kategorien in einer Tabelle oder Budget-App führen.

Beispiel: ein gewöhnlicher Supermarkteinkauf

Angenommen, auf dem Kassenbon stehen:

Position Betrag
Lebensmittel 38,40 €
Getränke ohne Pfand 7,60 €
Pfand 2,00 €
Gesamtzahlung 48,00 €

Für dein Budget erfasst du:

Lebensmittel und Getränke: 46,00 €.

Pfand bezahlt: 2,00 €.

Geldabfluss: 48,00 €.

Die Zahlen unterscheiden sich, weil sie unterschiedliche Sachverhalte beschreiben.

Wenn du später das Pfand zurückbekommst, entsteht dadurch kein neuer Lebensmittelrabatt.

Es wird ein früher gezahlter Betrag erstattet.

Pfandbon richtig verbuchen

Viele Supermärkte besitzen Pfandautomaten.

Nach der Rückgabe der Flaschen oder Dosen erhältst du einen Pfandbon.

Dieser kann entsprechend den Bedingungen des jeweiligen Händlers eingelöst werden.

Angenommen, du gibst Verpackungen im Wert von 3,25 € zurück.

Dann erfasst du:

Pfand zurückerhalten: 3,25 €.

Der Betrag sollte nicht automatisch als negative Lebensmittelkosten gebucht werden.

Du erhältst lediglich zuvor gezahltes Pfand zurück.

Besonders wichtig wird diese Trennung, wenn du den Pfandbon beim nächsten Einkauf verwendest.

Beispiel: Einkauf mit Pfandbon

Dein neuer Einkauf besteht aus:

Lebensmitteln und Getränken: 35,00 €.

Neuem Pfand: 1,50 €.

Zwischensumme: 36,50 €.

Du löst einen Pfandbon über 4,00 € ein.

An der Kasse zahlst du noch 32,50 €.

Die korrekte Aufteilung lautet:

Kategorie Betrag
Lebensmittel und Getränke 35,00 €
Neues Pfand 1,50 €
Erstattetes altes Pfand 4,00 €
Tatsächlich gezahlt 32,50 €

Rechnung:

35,00 € + 1,50 € − 4,00 € = 32,50 €.

Wenn du nur die 32,50 € als Lebensmittelkosten erfasst, stimmt die Auswertung nicht.

Denn der neue Einkauf enthält Lebensmittel für 35,00 €.

Der Pfandbon ist keine Preissenkung dieser Lebensmittel.

Pfand am Monatsende berechnen

Eine einfache Formel lautet:

Netto-Pfandzahlung = bezahltes Pfand − zurückerhaltenes Pfand.

Beispiel:

Im Oktober bezahltes Pfand: 14,75 €.

Im Oktober zurückerhaltenes Pfand: 11,25 €.

Differenz:

14,75 € − 11,25 € = 3,50 €.

Du hast in diesem Monat 3,50 € mehr Pfand bezahlt als zurückerhalten.

Das bedeutet nicht automatisch, dass 3,50 € verloren sind.

Vielleicht stehen noch Flaschen zu Hause, die du später zurückgeben kannst.

Die Differenz entsteht häufig durch unterschiedliche Kauf- und Rückgabezeitpunkte.

Beispiel für ein vollständiges Monatsbudget

Angenommen, dein Monat sieht so aus:

Kategorie Betrag
Lebensmittel und Getränke 420,00 €
Pfand bezahlt 18,00 €
Pfand zurückerhalten 12,50 €
Netto-Geldabfluss 425,50 €

Berechnung:

420,00 € + 18,00 € − 12,50 € = 425,50 €.

Die eigentlichen Lebensmittel- und Getränkekosten betragen 420,00 €.

Vom verfügbaren Geld sind im Monat netto 425,50 € abgeflossen.

Die Differenz von 5,50 € betrifft die Pfandbewegungen.

Beide Werte können in einer Budgetübersicht sinnvoll sein.

Sie sollten nur nicht miteinander verwechselt werden.

Warum Pfandrückgaben keine Lebensmittelersparnis sind

Wenn du beim Getränkekauf 0,25 € Pfand bezahlst und später 0,25 € zurückbekommst, wird das Getränk dadurch nicht günstiger.

Du erhältst dein eigenes Pfand zurück.

Würdest du die Rückgabe als Rabatt auf einen späteren Einkauf behandeln, könnten deine Preisvergleiche verzerrt werden.

Ein Supermarkt würde dann möglicherweise besonders günstig erscheinen, nur weil du dort einen großen Pfandbon eingelöst hast.

Für Preisvergleiche solltest du daher die Warenpreise ohne erstattungsfähiges Pfand verwenden.

Was passiert mit nicht zurückgegebenen Flaschen?

Nicht jedes Pfand wird tatsächlich erstattet.

Flaschen können verloren gehen, beschädigt oder entsorgt werden.

Wenn eine Erstattung nicht mehr möglich ist, wird aus dem ursprünglich erstattungsfähigen Betrag ein tatsächlicher Aufwand.

Beispiel:

Du hast für zehn pfandpflichtige Verpackungen jeweils 0,25 € bezahlt.

Zwei Verpackungen gehen verloren.

Nicht mehr erstattungsfähiger Betrag:

2 × 0,25 € = 0,50 €.

Du kannst diese 0,50 € als verlorenes Pfand erfassen.

Dabei ist wichtig, dass die Rückgabemöglichkeiten vom jeweiligen System und den geltenden Regeln abhängen.

Die Verbraucherzentrale erklärt die Rückgaberegeln.

Bereits vorhandene Pfandflaschen berücksichtigen

Wenn du heute mit deiner Haushaltsbuchführung beginnst, stehen möglicherweise schon Flaschen und Dosen zu Hause.

Für eine detaillierte Übersicht kannst du deren Pfandwert schätzen.

Beispiel:

12 Einwegverpackungen mit je 0,25 €: 3,00 €.

6 Mehrwegflaschen mit je 0,15 €: 0,90 €.

Geschätzter Pfandwert: 3,90 €.

Diese Rechnung setzt voraus, dass die Verpackungen zum jeweiligen Pfandsystem gehören und tatsächlich zurückgegeben werden können.

Für die meisten Haushalte ist eine genaue Bestandsaufnahme nicht zwingend nötig.

Oft reicht es, bezahltes und zurückerhaltenes Pfand getrennt zu erfassen.

Einweg und Mehrweg nicht verwechseln

In Deutschland wird zwischen Einweg- und Mehrwegverpackungen unterschieden.

Die Systeme unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich Rückgabe, Wiederverwendung und Verwertung.

Pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen sind häufig mit einem Pfandbetrag von 0,25 € verbunden.

Mehrwegverpackungen haben oft andere Beträge.

Allein die Höhe des Pfands beschreibt jedoch nicht sämtliche Eigenschaften einer Verpackung.

Hintergrundinformationen bieten das Bundesumweltministerium und das Verpackungsgesetz.

Getränkepreise richtig vergleichen

Angenommen, zwei Geschäfte verkaufen dasselbe Getränk.

Geschäft A:

Getränkepreis: 1,19 €.

Pfand: 0,25 €.

Kassenpreis: 1,44 €.

Geschäft B:

Getränkepreis: 1,09 €.

Pfand: 0,25 €.

Kassenpreis: 1,34 €.

Der Unterschied beim Getränkepreis beträgt 0,10 €.

Das Pfand ist in beiden Fällen gleich.

Für einen sinnvollen Produktpreisvergleich solltest du den erstattungsfähigen Pfandbetrag getrennt ausweisen.

Das gilt besonders, wenn unterschiedliche Verpackungssysteme miteinander verglichen werden.

Gemischte Kassenbons aufteilen

Ein Supermarkteinkauf enthält häufig mehr als Lebensmittel.

Beispiel:

Position Betrag Kategorie
Brot, Gemüse und Milchprodukte 24,00 € Lebensmittel
Getränke ohne Pfand 6,00 € Getränke
Reinigungsmittel 5,00 € Haushalt
Pfand 1,50 € Pfand
Gesamt 36,50 € Geldabfluss

Deine Lebensmittel- und Getränkekosten betragen 30,00 €.

An der Kasse bezahlst du 36,50 €.

Die Differenz entsteht durch Haushaltsartikel und Pfand.

Eine getrennte Erfassung verbessert die Aussagekraft des Lebensmittelbudgets.

Gehört Pfand zum wöchentlichen Einkaufsbudget?

Das hängt davon ab, was du mit deinem Budget messen möchtest.

Wenn dein Limit die Kosten der Lebensmittel und Getränke beschreibt, solltest du erstattungsfähiges Pfand getrennt behandeln.

Wenn dein Limit den maximal verfügbaren Geldbetrag für den Einkauf beschreibt, musst du das Pfand bei der benötigten Liquidität berücksichtigen.

Ein Beispiel:

Wöchentliches Lebensmittelbudget: 100 €.

Zusätzlicher Geldpuffer für Pfand: 5 €.

Die 5 € sind nicht zwingend endgültige Kosten.

Sie müssen aber zunächst verfügbar sein.

Gerade bei knappem Haushaltsbudget kann diese Unterscheidung wichtig sein.

Pfand bei Barzahlung

Auch bei Barzahlung bleibt das Prinzip gleich.

Du bezahlst an der Kasse den Warenpreis zuzüglich neuem Pfand und abzüglich eingelöster Pfandbons.

Die Lebensmittelkosten sollten trotzdem separat erfasst werden.

Beispiel für eine Woche:

Lebensmittel und Getränke: 92,40 €.

Pfand bezahlt: 4,00 €.

Pfand zurückerhalten: 2,75 €.

Netto-Geldabfluss:

92,40 € + 4,00 € − 2,75 € = 93,65 €.

So erkennst du den Unterschied zwischen Warenkosten und tatsächlich ausgegebenem Bargeld.

Einfache Tabelle für dein Haushaltsbuch

Tag Lebensmittel Pfand bezahlt Pfand zurück Geldabfluss
Montag 42,00 € 2,00 € 0,00 € 44,00 €
Donnerstag 31,00 € 1,50 € 3,00 € 29,50 €
Samstag 25,00 € 0,75 € 1,25 € 24,50 €
Gesamt 98,00 € 4,25 € 4,25 € 98,00 €

Die Berechnung lautet:

Lebensmittel + Pfand bezahlt − Pfand zurück.

Im Beispiel gleichen sich die Pfandbeträge zufällig aus.

In anderen Wochen kann eine Differenz entstehen.

Das ist normal, weil Einkäufe und Rückgaben zeitlich auseinanderliegen.

Was tun, wenn der Kassenbon fehlt?

Wenn du den Bon noch hast, suche nach den separat ausgewiesenen Pfandpositionen.

Fehlt der Beleg, solltest du keine exakten Pfandwerte erfinden.

Mögliche Lösungen:

  • Den gesamten Betrag zunächst als geschätzten Einkauf erfassen.
  • Vermerken, dass ein unbekannter Pfandanteil enthalten ist.
  • Anhand bekannter Verpackungsmengen eine ausdrücklich gekennzeichnete Schätzung erstellen.

Wichtig ist, Schätzungen nicht als exakte Messwerte darzustellen.

Bei zukünftigen Einkäufen kannst du das Pfand direkt getrennt erfassen.

Monatsabschluss in fünf Minuten

Am Monatsende kannst du folgende Schritte durchführen:

  1. Lebensmittel- und Getränkekosten ohne Pfand addieren.
  2. Sämtliches bezahltes Pfand zusammenrechnen.
  3. Erstattete Pfandbeträge addieren.
  4. Den Netto-Geldabfluss berechnen.
  5. Größere Unterschiede mit noch vorhandenen Flaschen erklären.

Die Pfandbeträge müssen nicht in jedem Monat genau übereinstimmen.

Ein Teil der Verpackungen wird häufig erst im Folgemonat zurückgegeben.

Die wichtigste Regel

Pfand sollte im Lebensmittelbudget als eigene erstattungsfähige Position erfasst werden.

Die vollständige Zahlung an der Kasse ist wichtig, um deinen Geldabfluss zu verstehen.

Für die tatsächlichen Lebensmittelkosten solltest du jedoch die Warenpreise ohne erstattungsfähiges Pfand betrachten.

Bei der Rückgabe wird das Pfand als Erstattung erfasst und nicht als Rabatt auf neue Lebensmittel.

Damit werden Wochenbudgets, Preisvergleiche und monatliche Auswertungen deutlich verständlicher.