Ein Barcode-Scan kann das Ernährungstracking deutlich beschleunigen. Manchmal erkennt die Kamera den Code problemlos, aber die App findet trotzdem kein Produkt.

Das bedeutet nicht automatisch, dass der Barcode oder das Smartphone defekt ist.

Meist fehlt lediglich eine passende Verknüpfung zwischen diesem Barcode und einem verwendbaren Produkteintrag in der aktuellen Lebensmitteldatenbank.

Statt irgendein ähnlich aussehendes Lebensmittel auszuwählen, ist es in diesem Fall meist genauer, die Angaben auf der tatsächlichen Verpackung zu verwenden.

Zuerst prüfen, was genau nicht funktioniert

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen:

  • die Kamera kann den Barcode nicht lesen;
  • der Barcode wird gelesen, aber die App findet kein Produkt.

Kann die Kamera den Code nicht erfassen, helfen häufig:

  1. Kameralinse reinigen;
  2. Beleuchtung verbessern;
  3. Verpackung ruhig halten;
  4. gekrümmte Verpackungen möglichst glätten;
  5. Abstand leicht verändern;
  6. gesamten Barcode sichtbar machen.

Zeigt die App dagegen die Barcode-Nummer an und meldet anschließend, dass kein Produkt gefunden wurde, funktioniert der Scan wahrscheinlich. Es fehlt lediglich der Datenbankeintrag.

Warum ein gültiger Barcode fehlen kann

Ein Barcode identifiziert einen Handelsartikel. Eine Ernährungs-App besitzt dadurch aber nicht automatisch Informationen zu jedem weltweit verkauften Lebensmittel.

Das Produkt ist neu

Ein Hersteller kann ein Produkt auf den Markt bringen, bevor es in der von der App verwendeten Datenbank auftaucht.

Das Produkt ist regional

Ein Lebensmittel, das nur in Deutschland, Frankreich oder einer bestimmten Handelsregion verkauft wird, kann in einer Datenbank mit Schwerpunkt auf einem anderen Markt fehlen.

Die Verpackung wurde geändert

Hersteller können verändern:

  • Packungsgröße;
  • Rezeptur;
  • Gestaltung;
  • Nährwertangaben;
  • Barcode.

Eine ältere Version kann vorhanden sein, während die aktuelle noch fehlt.

Es handelt sich um eine Eigenmarke

Handelsmarken können zahlreiche regionale Varianten besitzen.

Ein ähnlich aussehendes Produkt desselben Händlers muss deshalb nicht identisch sein.

Die Datenbank enthält Nutzereinträge

Einige Lebensmitteldatenbanken werden teilweise durch Nutzer oder externe Datenpartner ergänzt.

Die Abdeckung kann sich deshalb zwischen Ländern und Produktgruppen deutlich unterscheiden.

Ein Datensatz existiert, ist aber unbrauchbar

Ein Barcode kann theoretisch mit einem Datensatz verbunden sein, dessen Nährwertinformationen unvollständig oder offensichtlich veraltet sind.

Eine App kann ein solches Produkt besser als unbekannt behandeln, statt stillschweigend schlechte Daten zu verwenden.

Nicht einfach das ähnlichste Suchergebnis wählen

Angenommen, du scannst eine 400-g-Lasagne und das genaue Produkt fehlt.

Eine Suche nach "Lasagne" kann zahlreiche Ergebnisse liefern.

Die Kalorienwerte können sich unterscheiden durch:

  • Fleischanteil;
  • Käsemenge;
  • Sauce;
  • Verhältnis von Pasta und Füllung;
  • Fettgehalt;
  • Rezeptur.

Ein optisch ähnliches Fertiggericht ist deshalb nicht automatisch ein geeigneter Ersatz.

Wenn die tatsächliche Verpackung vor dir liegt, ist deren Nährwerttabelle meist die bessere Grundlage.

Nährwerttabelle verwenden

Für ein fehlendes verpacktes Lebensmittel kannst du folgende Angaben übernehmen:

  • Produktname;
  • Marke;
  • Barcode;
  • Packungsgröße;
  • Portionsgröße, falls angegeben;
  • Energie beziehungsweise Kalorien;
  • Fett;
  • gesättigte Fettsäuren;
  • Kohlenhydrate;
  • Zucker;
  • Protein;
  • Salz beziehungsweise Natrium;
  • Ballaststoffe, falls angegeben.

Für reines Kalorientracking werden nicht zwingend alle Felder benötigt.

Wenn die vollständige Nährwerttabelle verfügbar ist, lohnt es sich jedoch häufig, die wichtigsten Werte direkt vollständig einzutragen.

Werte pro 100 g oder 100 ml bevorzugen

In der Europäischen Union werden Nährwerte bei den meisten vorverpackten Lebensmitteln grundsätzlich pro 100 g oder 100 ml angegeben.

Das ist eine praktische Standardbasis für das Tracking.

Beispiel für eine Suppe:

Pro 100 g Menge
Energie 72 kcal
Fett 2,8 g
Kohlenhydrate 8,1 g
Protein 3,2 g
Ballaststoffe 1,4 g

Du isst 350 g.

350 ÷ 100 = 3,5

Kalorien:

72 × 3,5 = 252 kcal.

Protein:

3,2 × 3,5 = 11,2 g.

Die anderen Nährwerte lassen sich genauso berechnen.

Beispiel: fehlenden Joghurt eintragen

Ein 500-g-Becher Joghurt wird nicht erkannt.

Laut Etikett enthalten 100 g:

  • 64 kcal;
  • 1,8 g Fett;
  • 5,2 g Kohlenhydrate;
  • 6,0 g Protein.

Du isst 180 g.

180 ÷ 100 = 1,8.

Die Portion enthält damit ungefähr:

  • 115 kcal;
  • 3,2 g Fett;
  • 9,4 g Kohlenhydrate;
  • 10,8 g Protein.

Wenn eine App eigene Lebensmittel erlaubt, kann das Produkt also auch ohne bestehenden Barcode-Datensatz korrekt erfasst werden.

Packungsgröße ist nicht Portionsgröße

Ein häufiger Fehler besteht darin, die gesamte Packung als eine Portion zu speichern und später "1 Portion" zu loggen, obwohl nur ein Teil gegessen wurde.

Beispiel:

  • Packungsgröße: 750 g;
  • gegessene Menge: 250 g.

Du hast ein Drittel der Packung gegessen, nicht die komplette Packung.

Praktisch ist es häufig, die Nährwerte pro 100 g zu speichern und anschließend die tatsächlich gegessenen Gramm einzutragen.

Zubereitet oder unzubereitet?

Einige Produkte müssen vor dem Essen zubereitet werden.

Beispiele:

  • Suppenpulver;
  • Backmischungen;
  • Instantgetränke;
  • trockene Nudelgerichte;
  • dehydrierte Produkte.

Die Nährwerttabelle kann sich beziehen auf:

  • das Produkt wie verkauft;
  • das zubereitete Produkt;
  • oder beide Varianten.

Übertrage nicht automatisch Werte des zubereiteten Produkts in einen Datensatz für das trockene Lebensmittel.

Lies die Bezeichnung an der Nährwerttabelle und erfasse denselben Zustand, den du wiegst oder loggst.

Abtropfgewicht berücksichtigen

Lebensmittel in Flüssigkeit können zusätzliche Aufmerksamkeit erfordern.

Beispiele:

  • Bohnen;
  • Thunfisch;
  • Gemüse in Lake;
  • Obst in Flüssigkeit.

Die Verpackung kann Nettogewicht und Abtropfgewicht angeben.

Wenn die Flüssigkeit entsorgt wird, müssen Nährwertbasis und erfasste Menge zum gegessenen Produktzustand passen.

Das gesamte Packungsgewicht ist nicht automatisch das gegessene Gewicht.

EU- und US-Nährwerttabellen unterscheiden sich

Beim manuellen Erfassen sollte das jeweilige Kennzeichnungssystem berücksichtigt werden.

Europäische und US-amerikanische Nährwerttabellen unterscheiden sich in Aufbau und teilweise auch darin, wie einzelne Nährstoffe dargestellt werden.

Ballaststoffe werden beispielsweise im Verhältnis zur Kohlenhydratangabe unterschiedlich dargestellt.

Am sichersten ist es, jeden ausdrücklich angegebenen Wert in das entsprechende Feld zu übertragen, statt Werte zwischen Kennzeichnungssystemen herzuleiten.

Wenn du nur Kalorien trackst

Ein minimaler eigener Datensatz kann enthalten:

  • Produktname;
  • Mengenbasis;
  • Kalorien.

Das funktioniert, hat aber Grenzen.

Wenn später auch:

  • Protein;
  • Kohlenhydrate;
  • Fett;
  • Ballaststoffe

ausgewertet werden sollen, fehlen diese Informationen.

Ist die vollständige Tabelle vorhanden, spart eine vollständige Erfassung später Arbeit.

Einheiten sorgfältig prüfen

Viele fehlerhafte Nutzereinträge entstehen nicht durch falsche Zahlen, sondern durch falsche Einheiten.

Typische Fehler:

  • Kilojoule als Kilokalorien eintragen;
  • Portionswerte in ein Feld pro 100 g kopieren;
  • Milligramm als Gramm eintragen;
  • Werte pro 100 ml ohne Grundlage als Werte pro 100 g verwenden;
  • Packungsgröße als Portion speichern.

Europäische Etiketten zeigen Energie häufig sowohl in kJ als auch in kcal.

Fragt die App nach kcal, muss der kcal-Wert eingetragen werden.

Beispiel für einen großen Einheitenfehler

Auf dem Etikett steht:

1.050 kJ / 250 kcal pro 100 g.

Wer 1.050 in das kcal-Feld einträgt, lässt das Produkt in der App mehr als viermal so energiereich erscheinen.

Die Einheit ist deshalb ein Teil der Information und nicht nur die Zahl selbst.

Produkt vor dem Speichern prüfen

Vor dem dauerhaften Speichern lohnt sich ein kurzer Vergleich mit der Verpackung.

Feld Prüfen
Produktname entspricht der Verpackung
Marke korrekt
Barcode richtige Ziffern
Nährwertbasis pro 100 g, 100 ml oder Portion
Kalorien korrektes kcal-Feld
Protein richtige Einheit
Kohlenhydrate richtige Einheit
Fett richtige Einheit
Ballaststoffe falls vorhanden übernommen
Packungsgröße nicht mit Portion verwechselt
Produktzustand zubereitet/unzubereitet korrekt

Eine kurze Kontrolle verhindert, dass derselbe Fehler später in vielen Tagebucheinträgen auftaucht.

Soll ein selbst erstelltes Produkt sofort öffentlich werden?

Das hängt vom Aufbau der App ab.

Ein sinnvolles System kann unterscheiden zwischen:

  • persönlichem Lebensmitteleintrag;
  • eingereichtem Produkt in Prüfung;
  • geprüftem öffentlichen Produkt.

Dadurch wird verhindert, dass ein ungeprüfter Nutzereintrag sofort für alle anderen Nutzer als verlässlich erscheint.

Vor einer Freigabe kann beispielsweise geprüft werden:

  • Barcode;
  • mögliche Duplikate;
  • Plausibilität der Nährwerte;
  • Foto des Etiketts;
  • Einheiten;
  • Produktname.

Bis dahin kann der Eintrag nur für den Ersteller sichtbar oder eindeutig als ungeprüft markiert sein.

Nährwerttabelle fotografieren

Wenn eine App diese Funktion unterstützt, kann ein Foto der Nährwerttabelle die manuelle Eingabe reduzieren.

Auf dem Foto sollten möglichst sichtbar sein:

  • gesamte Nährwerttabelle;
  • Einheiten;
  • Überschrift pro 100 g oder pro Portion;
  • Produktname;
  • Packungsgröße.

Automatisch erkannte Daten sollten trotzdem kontrolliert werden.

Texterkennung kann Fehler machen bei:

  • Dezimaltrennzeichen;
  • kleiner Schrift;
  • gefalteten Etiketten;
  • Spiegelungen;
  • dicht nebeneinanderstehenden Zahlen.

Die Verpackung bleibt die Vergleichsquelle.

Was tun, wenn keine Nährwerttabelle vorhanden ist?

Nicht jedes Lebensmittel benötigt eine vollständige Nährwertkennzeichnung.

Bei frischen oder wenig verarbeiteten Lebensmitteln kann ein allgemeiner Eintrag aus einer verlässlichen Lebensmitteldatenbank sinnvoller sein.

Für einen gewöhnlichen frischen Apfel ist beispielsweise ein passender generischer Apfel-Datensatz meist hilfreicher als ein künstlich erstelltes Markenprodukt.

Wenn der Barcode das falsche Produkt findet

Verwende den Treffer nicht automatisch.

Vergleiche:

  • Produktname;
  • Marke;
  • Packungsgröße;
  • Nährwerte;
  • Variante.

Widerspricht der Datenbankeintrag deutlich der aktuellen Verpackung, sollte er als verdächtig behandelt werden.

Mögliche Ursachen sind:

  • veralteter Datensatz;
  • fehlerhafter Nutzereintrag;
  • geänderte Verpackung;
  • falsche Datenbankverknüpfung.

Für das aktuell gegessene Produkt sind die Angaben auf der aktuellen Verpackung in der Regel relevanter.

Wenn sich die Rezeptur geändert hat

Ein Produkt kann denselben Namen behalten und trotzdem verändert werden.

Hersteller reformulieren Lebensmittel und aktualisieren Nährwerte.

Zeigt die App beispielsweise 180 kcal pro 100 g, während die aktuelle Verpackung 215 kcal angibt, sollte nicht automatisch der ältere App-Wert bevorzugt werden.

Für das Produkt in deiner Hand ist die aktuelle Verpackung normalerweise die passendere Referenz.

Duplikate vermeiden

Wenn ein Barcode fehlt, kann vorschnelles Anlegen neuer Produkte zu doppelten Datensätzen führen.

Vor dem Erstellen:

  1. exakten Produktnamen suchen;
  2. Marke suchen;
  3. Packungsgröße und Nährwerte vergleichen;
  4. prüfen, ob bereits ein identischer Eintrag ohne Barcode existiert.

Existiert das Produkt bereits, kann eine Verknüpfung des Barcodes sinnvoller sein als ein neuer Datensatz.

Praktischer Ablauf bei einem unbekannten Barcode

Schritt 1: Scan bestätigen

Prüfen, ob der Code tatsächlich gelesen wurde.

Schritt 2: Exakten Produktnamen suchen

Das Produkt könnte bereits ohne Barcode-Verknüpfung existieren.

Schritt 3: Treffer vergleichen

Marke, Variante, Packungsgröße und Nährwerte kontrollieren.

Schritt 4: Verpackung verwenden

Gibt es keinen verlässlichen Treffer, Nährwerte direkt vom Produkt übernehmen.

Schritt 5: Mengenbasis festlegen

Pro 100 g, pro 100 ml oder pro Portion entsprechend der Verpackung.

Schritt 6: Einheiten kontrollieren

kcal und kJ, Gramm und Milligramm sowie Portion und Packung unterscheiden.

Schritt 7: Produkt speichern

Barcode mit dem neuen Eintrag verknüpfen, wenn die App dies unterstützt.

Schritt 8: Bei Bedarf zur Prüfung einreichen

Für eine gemeinsame Datenbank sollten idealerweise Belege wie ein Foto der Nährwerttabelle vorhanden sein.

Der Barcode ist nur der Schlüssel zur Suche

Der Barcode selbst enthält nicht die vollständigen Nährwertinformationen, die eine Tracking-App anzeigt.

Er enthält beziehungsweise repräsentiert eine Produktkennung.

Die Ernährungsdaten stammen aus dem damit verknüpften Datenbankeintrag.

Deshalb kann:

  • ein gültiger Barcode keinen Treffer liefern;
  • ein Treffer veraltete Werte enthalten;
  • gelegentlich ein falsches Produkt erscheinen;
  • die Verpackung von der App abweichen.

Barcode-Scanning ist eine schnelle Suchmethode, aber keine Garantie für korrekte Nährwerte.

Wann Datenbankfehler besonders relevant sind

Kleine Unterschiede sind bei selten gegessenen Lebensmitteln möglicherweise praktisch weniger bedeutsam.

Fehler werden wichtiger, wenn:

  • das Produkt häufig gegessen wird;
  • die Portion groß ist;
  • App und Verpackung stark voneinander abweichen;
  • bestimmte Makronährstoffe getrackt werden;
  • das Produkt regelmäßig in gespeicherten Rezepten verwendet wird.

Ein korrigierter, häufig verwendeter Datensatz kann viele zukünftige Tagebucheinträge verbessern.

Checkliste

Wenn ein Lebensmittel-Barcode nicht gefunden wird:

  1. prüfen, ob der Barcode erfolgreich gelesen wurde;
  2. Produktname und Marke exakt suchen;
  3. kein nur ähnlich aussehendes Produkt auswählen;
  4. aktuelle Nährwerttabelle verwenden;
  5. korrekte Basis pro 100 g, 100 ml oder Portion wählen;
  6. Packungsgröße und gegessene Menge unterscheiden;
  7. kcal, Gramm und andere Einheiten prüfen;
  8. zubereiteten und unzubereiteten Zustand unterscheiden;
  9. Barcode beim eigenen Eintrag speichern, wenn möglich;
  10. Daten kontrollieren, bevor sie mit anderen Nutzern geteilt werden.

Ein fehlender Barcode verhindert kein genaues Tracking.

Liegt die Verpackung vor, enthält ihre Nährwertdeklaration meist alle Informationen, die für einen brauchbaren Eintrag benötigt werden.

Quellen