Nährwertkennzeichnungen in der Europäischen Union und den USA enthalten viele ähnliche Informationen, werden aber nicht identisch dargestellt oder definiert.

Das ist besonders wichtig, wenn du importierte Lebensmittel trackst, Nährwerte manuell in eine App überträgst oder ein amerikanisches Produkt mit einem europäischen Produkt vergleichst.

Die praktisch wichtigsten Unterschiede betreffen die Bezugsmenge, Kohlenhydrate und Ballaststoffe, Salz und Natrium sowie die Bedeutung der Portionsgröße.

EU und USA im Überblick

Merkmal EU USA
Standardisierte Vergleichsbasis Meist pro 100 g oder 100 ml Meist pro Portion
Energie kJ und kcal Calories
Portionsangaben Können zusätzlich angegeben werden Zentraler Bestandteil der Nutrition Facts
Kohlenhydrate Ballaststoffe grundsätzlich nicht enthalten Total Carbohydrate enthält Dietary Fiber
Ballaststoffe Separater Wert Bestandteil von Total Carbohydrate und separat ausgewiesen
Salz / Natrium Salz Natrium
Tagesreferenz Referenzmengen können angegeben werden % Daily Value ist prominent

Die wichtigste Regel lautet: Übertrage keine Zahl aus einem System in das andere, ohne zuerst zu prüfen, was diese Zahl genau bedeutet. (European Union — Regulation (EU) No 1169/2011)

1. EU-Kennzeichnungen verwenden 100 g oder 100 ml als zentrale Basis

Nach den EU-Regeln werden die verpflichtenden Nährwertangaben grundsätzlich pro 100 g beziehungsweise bei Flüssigkeiten pro 100 ml angegeben.

Ein Produkt kann beispielsweise enthalten:

  • 250 kcal pro 100 g;
  • 12 g Fett pro 100 g;
  • 30 g Kohlenhydrate pro 100 g;
  • 8 g Eiweiß pro 100 g.

Dadurch lassen sich ähnliche Produkte relativ einfach direkt vergleichen.

Wenn du 60 g isst:

250 × 60 ÷ 100 = 150 kcal

Zusätzliche Angaben pro Portion sind möglich, die standardisierte 100-g- beziehungsweise 100-ml-Angabe bleibt jedoch besonders wichtig.

2. US-Kennzeichnungen stellen die Portion in den Mittelpunkt

Das amerikanische Nutrition Facts Label zeigt die Werte prominent für eine definierte Portionsgröße.

Zum Beispiel:

Serving size: 2/3 cup (55 g)

Die darunter stehenden Nährwerte beziehen sich grundsätzlich auf diese Portion.

Steht dort:

Calories: 230

bedeutet das ungefähr 230 kcal für die angegebene 55-g-Portion – nicht für 100 g.

Beim Übertragen in eine Datenbank mit Werten pro 100 g ist dieser Unterschied entscheidend.

US-Portionswert auf 100 g umrechnen

Angenommen, ein US-Etikett zeigt:

  • Portionsgröße: 55 g;
  • Calories: 230.

Kalorien pro 100 g:

230 ÷ 55 × 100 ≈ 418 kcal pro 100 g

Wenn du stattdessen 230 kcal als Wert pro 100 g einträgst, wird das Produkt deutlich zu niedrig erfasst.

EU-Wert auf eine Portion umrechnen

Ein europäisches Produkt enthält:

418 kcal pro 100 g

Du isst 55 g.

Berechnung:

418 × 55 ÷ 100 ≈ 230 kcal

Beide Kennzeichnungen können also praktisch dasselbe Lebensmittel beschreiben, obwohl die prominent sichtbaren Zahlen stark voneinander abweichen.

3. „Kohlenhydrate“ bedeuten nicht exakt dasselbe

Das ist einer der wichtigsten Unterschiede beim Übertragen von Makronährstoffen.

Auf EU-Etiketten bezeichnet der angegebene Kohlenhydratwert grundsätzlich verwertbare Kohlenhydrate und enthält Ballaststoffe nicht.

Ballaststoffe können separat angegeben werden.

Ein vereinfachtes EU-Beispiel:

  • Kohlenhydrate: 20 g;
  • Ballaststoffe: 5 g.

Die 5 g Ballaststoffe sollten nicht einfach zu den 20 g Kohlenhydraten addiert werden, wenn deine App mit der europäischen Definition arbeitet.

US Total Carbohydrate enthält Ballaststoffe

Auf dem amerikanischen Nutrition Facts Label umfasst Total Carbohydrate auch Dietary Fiber.

Ein vereinfachtes US-Beispiel:

  • Total Carbohydrate: 25 g;
  • Dietary Fiber: 5 g.

Die 5 g Ballaststoffe sind bereits Teil der 25 g Total Carbohydrate.

Ein EU-Etikett mit 20 g Kohlenhydraten plus 5 g Ballaststoffen und ein US-Etikett mit 25 g Total Carbohydrate inklusive 5 g Ballaststoffen können daher eine sehr ähnliche Zusammensetzung beschreiben.

Die oberste Kohlenhydratzahl darf nicht so verglichen werden, als hätte sie in beiden Systemen dieselbe Definition.

Warum daraus Trackingfehler entstehen

Ein amerikanisches Etikett zeigt:

  • Total Carbohydrate: 25 g;
  • Dietary Fiber: 5 g.

In einer Datenbank nach US-Konvention kann die Eingabe von 25 g Kohlenhydraten und 5 g Ballaststoffen korrekt sein.

Erwartet ein anderes System jedoch verwertbare Kohlenhydrate ohne Ballaststoffe, kann die direkte Übertragung von 25 g in dieses Feld zu nicht vergleichbaren Daten führen.

Die entscheidende Frage lautet:

Was versteht die verwendete App unter „Kohlenhydrate“?

4. Ballaststoffe nicht automatisch von jedem Kohlenhydratwert abziehen

Eine häufig verbreitete Formel lautet:

Net Carbs = Total Carbs − Fiber

Diese Regel kann bei internationalen Etiketten irreführend sein.

Wenn der europäische Kohlenhydratwert Ballaststoffe bereits nicht enthält, würde ein erneutes Abziehen den Wert fälschlicherweise reduzieren.

Bestimme deshalb zuerst das Kennzeichnungssystem.

Beispiel für dieselbe konzeptionelle Zusammensetzung

Ein Lebensmittel enthält vereinfacht:

  • 20 g verwertbare Kohlenhydrate;
  • 5 g Ballaststoffe.

Europäische Darstellung:

  • Kohlenhydrate: 20 g;
  • Ballaststoffe: 5 g.

Amerikanische Darstellung:

  • Total Carbohydrate: 25 g;
  • Dietary Fiber: 5 g.

Dass auf einer Verpackung 20 g und auf der anderen 25 g stehen, bedeutet also nicht automatisch, dass das zweite Lebensmittel 5 g mehr verwertbare Kohlenhydrate enthält.

Die Definitionen unterscheiden sich.

5. EU zeigt Salz, USA zeigt Natrium

Auch hier entstehen häufig Übertragungsfehler.

Europäische Nährwertdeklarationen weisen grundsätzlich Salz aus.

Das amerikanische Nutrition Facts Label weist Sodium, also Natrium, aus.

Die Zahlen sind nicht direkt austauschbar.

Als praktische Näherung gilt:

Salz ≈ Natrium × 2,5

wenn beide Werte in derselben Masseneinheit angegeben werden.

Beispiel:

800 mg Natrium = 0,8 g Natrium

Ungefährer Salzgehalt:

0,8 × 2,5 = 2,0 g Salz

800 mg Natrium dürfen also nicht als 800 mg Salz eingetragen werden.

Salz in Natrium umrechnen

Umgekehrt:

Natrium ≈ Salz ÷ 2,5

Enthält ein europäisches Produkt 1,5 g Salz:

1,5 ÷ 2,5 = 0,6 g Natrium

Das entspricht ungefähr:

600 mg Natrium

Diese Umrechnung erleichtert den internationalen Produktvergleich.

6. Energie wird unterschiedlich dargestellt

EU-Etiketten zeigen Energie normalerweise sowohl in:

  • Kilojoule (kJ);
  • Kilokalorien (kcal).

Zum Beispiel:

840 kJ / 200 kcal

US-Etiketten zeigen prominent:

Calories 200

Das amerikanische „Calories“ bezeichnet in der Lebensmittelkennzeichnung Kilokalorien.

Daher gilt:

200 Calories = 200 kcal

Die amerikanische Zahl wird nicht mit 1.000 multipliziert.

Kilojoule und Kilokalorien

Falls nur Kilojoule verfügbar sind:

1 kcal ≈ 4,184 kJ

Daher:

840 kJ ÷ 4,184 ≈ 201 kcal

Durch Rundungen können kleine Unterschiede entstehen.

Wenn kcal bereits auf dem europäischen Etikett stehen, sollte dieser Wert direkt verwendet werden.

7. Portionsgrößen spielen eine unterschiedliche Rolle

Europäische Verpackungen können Portionsangaben enthalten. Die verpflichtende Basis pro 100 g oder 100 ml erleichtert jedoch den standardisierten Produktvergleich.

US-Etiketten legen visuell wesentlich mehr Gewicht auf die Portion.

Prüfe deshalb immer:

  • Portionsgewicht;
  • Anzahl der Portionen pro Packung;
  • ob die angezeigten Nährwerte pro Portion gelten;
  • ob du eine oder mehrere Portionen gegessen hast.

Beispiel: zwei Portionen in einer Packung

Eine US-Packung enthält:

  • 2 Portionen;
  • 300 kcal pro Portion.

Wenn du die gesamte Packung isst:

2 × 300 = 600 kcal

Wer nur die sichtbaren 300 kcal einträgt, erfasst lediglich die Hälfte.

Dasselbe gilt für die Makronährstoffe.

8. Zweispaltige US-Etiketten

Einige amerikanische Verpackungen können Nährwerte in zwei Spalten zeigen, zum Beispiel:

  • pro Portion;
  • pro Packung.

Verwende die Spalte, die deiner tatsächlich gegessenen Menge entspricht.

Gehe nicht davon aus, dass die größere Zahl automatisch ein Wert pro 100 g ist.

9. Portionsgrößen sind keine universelle Verzehrempfehlung

Eine angegebene Portionsgröße hilft dabei, die Nährwertangaben zu interpretieren. Sie bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass jede Person genau diese Menge essen sollte.

Beim Tracking:

  1. Bezugsportion des Etiketts bestimmen;
  2. tatsächlich gegessene Menge bestimmen;
  3. Werte entsprechend skalieren.

Verwendet das Etikett eine 40-g-Portion und du isst 65 g:

65 ÷ 40 = 1,625 Portionen

Multipliziere die Nährwerte mit 1,625.

10. Kalorien korrekt vergleichen

Beispiel:

Europäisches Müsli

  • 390 kcal pro 100 g.

Amerikanisches Müsli

  • 210 Calories pro 55-g-Portion.

US-Wert umgerechnet:

210 ÷ 55 × 100 ≈ 382 kcal pro 100 g

Jetzt ist der Vergleich sinnvoll:

  • EU: 390 kcal/100 g;
  • USA: ~382 kcal/100 g.

390 direkt mit 210 zu vergleichen wäre irreführend.

11. Eiweiß korrekt vergleichen

Das US-Produkt enthält:

6 g Eiweiß pro 55 g

Pro 100 g:

6 ÷ 55 × 100 ≈ 10,9 g

Enthält das europäische Produkt 9 g Eiweiß pro 100 g, können die Werte nun auf derselben Basis verglichen werden.

12. Fett korrekt vergleichen

Dasselbe Verfahren gilt für Fett.

US-Produkt:

  • 8 g Fett pro 55 g.

Pro 100 g:

8 ÷ 55 × 100 ≈ 14,5 g

EU-Produkt:

  • 13 g Fett pro 100 g.

Mit derselben Bezugsmenge ist der Vergleich eindeutig.

13. Getränke: 100 ml gegenüber Portionsvolumen

Europäische Getränkeetiketten geben die verpflichtenden Nährwerte grundsätzlich pro 100 ml an.

Ein US-Getränk kann dagegen beispielsweise verwenden:

  • 8 fl oz;
  • 12 fl oz;
  • eine Flasche.

Milliliter und Gramm sollten bei Flüssigkeiten nicht grundsätzlich gleichgesetzt werden.

Für einen direkten Getränkevergleich ist es sinnvoll, beide Angaben auf dasselbe Volumen – etwa 100 ml – umzurechnen.

Beispiel: US-Getränk auf 100 ml umrechnen

Ein Getränk enthält:

  • 150 Calories pro 355 ml.

Pro 100 ml:

150 ÷ 355 × 100 ≈ 42 kcal pro 100 ml

Damit kann es direkt mit einem europäischen Getränk mit 40 kcal pro 100 ml verglichen werden.

14. Zugesetzter Zucker wird unterschiedlich dargestellt

US Nutrition Facts enthalten innerhalb des Kohlenhydratbereichs eine eigene Zeile für Added Sugars.

Die verpflichtende europäische Nährwertdeklaration zeigt dagegen davon Zucker, verwendet aber nicht dieselbe verpflichtende Kategorie für zugesetzten Zucker.

Der europäische Zuckerwert darf deshalb nicht automatisch als zugesetzter Zucker interpretiert werden.

Er kann sowohl natürlich vorkommenden als auch zugesetzten Zucker umfassen.

Die Zutatenliste liefert zusätzlichen Kontext.

Beispiel: Naturmilchprodukt

Ein ungesüßtes Milchprodukt kann natürlicherweise Laktose enthalten.

Auf einem europäischen Etikett erscheinen deshalb Zucker, obwohl bei der Herstellung kein Zucker zugesetzt wurde.

Den gesamten Wert „davon Zucker“ als zugesetzten Zucker zu interpretieren wäre falsch.

15. Prozentangaben beruhen auf unterschiedlichen Systemen

US-Etiketten zeigen prominent den % Daily Value (%DV).

EU-Verpackungen können Prozentangaben auf Basis von Referenzmengen (RI) für einen durchschnittlichen Erwachsenen enthalten.

Diese Systeme haben unterschiedliche regulatorische Grundlagen.

EU-RI und US-%DV sollten deshalb nicht automatisch gleichgesetzt werden.

Für das Tracking sind absolute Mengen in Gramm, Milligramm oder kcal meist die sichereren Daten.

16. Warum die Umrechnung auf 100 g hilfreich ist

Beim internationalen Produktvergleich beseitigt die Umrechnung auf 100 g einen großen Teil der Unterschiede durch Portionsgrößen.

Formel:

Wert pro Portion ÷ Portionsgewicht × 100

Für Flüssigkeiten:

Wert pro Portion ÷ Portionsvolumen × 100

Das eignet sich gut für:

  • Kalorien;
  • Eiweiß;
  • Fett;
  • viele Kohlenhydratvergleiche, nachdem die Definition geklärt wurde;
  • Ballaststoffe;
  • Natrium oder Salz nach entsprechender Umrechnung.

17. Warum 100 g nicht jede Frage beantworten

Produktvergleich und Mahlzeitenvergleich sind nicht dasselbe.

Zwei Lebensmittel können ähnliche Kalorien pro 100 g haben, aber typischerweise in völlig unterschiedlichen Mengen gegessen werden.

Für das tatsächliche Tracking sollte nach der Standardisierung immer die wirklich gegessene Menge berechnet werden.

Für den Produktvergleich sind 100 g oder 100 ml besonders praktisch.

Praktischer Ablauf bei internationalen Etiketten

Schritt 1: Kennzeichnungssystem bestimmen

EU oder US Nutrition Facts?

Schritt 2: Bezugsmenge bestimmen

Gelten die Werte:

  • pro 100 g;
  • pro 100 ml;
  • pro Portion;
  • pro Packung?

Schritt 3: Portionsgewicht notieren

Bei einem US-Etikett sollte nach Möglichkeit das Portionsgewicht in Gramm beziehungsweise das Volumen in Millilitern verwendet werden.

Schritt 4: Nur bei Bedarf umrechnen

Erwartet deine Datenbank Werte pro 100 g:

Portionswert ÷ Portionsgewicht × 100

Schritt 5: Kohlenhydrate richtig interpretieren

Prüfe, ob Ballaststoffe im Kohlenhydratwert enthalten sind.

Schritt 6: Salz und Natrium unterscheiden

Nur bei Bedarf umrechnen.

Schritt 7: Tatsächliche Portion eintragen

Sobald der Produkteintrag korrekt ist, skaliere ihn auf die wirklich gegessene Menge.

Rechenbeispiel: US-Etikett in einer europäischen Datenbank

Ein amerikanisches Produkt zeigt:

  • Portion: 40 g;
  • Calories: 180;
  • Total Fat: 7 g;
  • Total Carbohydrate: 24 g;
  • Dietary Fiber: 4 g;
  • Protein: 5 g;
  • Sodium: 240 mg.

Pro 100 g:

Kalorien:

180 ÷ 40 × 100 = 450 kcal

Fett:

7 ÷ 40 × 100 = 17,5 g

US Total Carbohydrate:

24 ÷ 40 × 100 = 60 g

Ballaststoffe:

4 ÷ 40 × 100 = 10 g

Eiweiß:

5 ÷ 40 × 100 = 12,5 g

Natrium:

240 ÷ 40 × 100 = 600 mg pro 100 g

Ungefährer Salzgehalt:

0,6 g × 2,5 = 1,5 g Salz pro 100 g

Bei den Kohlenhydraten ist jedoch Vorsicht nötig.

Erwartet die europäisch strukturierte Datenbank verwertbare Kohlenhydrate ohne Ballaststoffe, darf US Total Carbohydrate nicht ungeprüft in dieses Feld kopiert werden.

Rechenbeispiel: EU- und US-Produkt vergleichen

Europäisches Produkt:

  • 420 kcal/100 g;
  • 18 g Fett/100 g;
  • 52 g Kohlenhydrate/100 g;
  • 7 g Ballaststoffe/100 g;
  • 10 g Eiweiß/100 g;
  • 1,2 g Salz/100 g.

US-Produkt pro 50-g-Portion:

  • 205 Calories;
  • 8 g Fett;
  • 29 g Total Carbohydrate;
  • 3 g Ballaststoffe;
  • 5 g Eiweiß;
  • 220 mg Natrium.

Auf 100 g umgerechnet:

  • Kalorien: 410 kcal;
  • Fett: 16 g;
  • Total Carbohydrate: 58 g;
  • Ballaststoffe: 6 g;
  • Eiweiß: 10 g;
  • Natrium: 440 mg.

Ungefährer Salzgehalt:

0,44 × 2,5 = 1,1 g Salz

Kalorien, Fett, Eiweiß und Salz lassen sich nun sinnvoller vergleichen.

Bei Kohlenhydraten muss weiterhin berücksichtigt werden, dass die oberste Kohlenhydratangabe in beiden Systemen unterschiedlich definiert ist.

Häufige Fehler beim Wechsel zwischen EU- und US-Etiketten

Vermeide insbesondere:

  • einen US-Portionswert als Wert pro 100 g einzutragen;
  • Portionswerte direkt mit 100-g-Werten zu vergleichen;
  • Ballaststoffe von einem EU-Kohlenhydratwert abzuziehen, der sie bereits nicht enthält;
  • US Total Carbohydrate und EU-Kohlenhydrate als identisch definiert zu behandeln;
  • Natrium und Salz als dieselbe Zahl einzutragen;
  • europäische „davon Zucker“-Werte als US „Added Sugars“ zu interpretieren;
  • anzunehmen, dass eine Etikettportion deiner tatsächlich gegessenen Menge entspricht;
  • RI- oder %DV-Prozentwerte als absolute Nährstoffmengen zu übernehmen;
  • Werte unnötig umzurechnen, wenn die benötigte Einheit bereits angegeben ist.

Kurze Checkliste

Bevor du Daten eines unbekannten Etiketts überträgst:

  1. EU oder USA?
  2. Pro 100 g, pro 100 ml oder pro Portion?
  3. Wie groß ist die Portion in Gramm?
  4. Enthält die Kohlenhydratangabe Ballaststoffe?
  5. Wird Salz oder Natrium angegeben?
  6. Handelt es sich um Gesamtzucker oder ausdrücklich zugesetzten Zucker?
  7. Trackst du die Etikettportion oder deine tatsächliche Portion?

Diese sieben Fragen verhindern viele typische Fehler beim internationalen Food-Tracking.

Das wichtigste Prinzip

EU- und US-Nährwertkennzeichnungen widersprechen sich nicht. Sie verwenden lediglich unterschiedliche Konventionen.

Am sichersten ist es, bei jeder Übertragung vier Dinge zu klären:

Bezugsmenge → Nährstoffdefinition → Einheit → tatsächliche Portion

Sind diese Punkte eindeutig, lassen sich Kalorien und Makronährstoffe in der Regel korrekt vergleichen und übertragen, ohne inkompatible Kennzeichnungssysteme miteinander zu vermischen.

Quellen